Barrierenvermeidung – Maßnahmen für die absolute Minderheit?
Direkte Zielgruppe
Direkte Zielgruppe aller Maßnahmen zur Verringerung von Barrieren sind natürlich alle Personen, deren Zugang zu Internetseiten in irgendeiner Form eingeschränkt ist. Natürlich denkt man dabei zuerst an Blinde und Gehörlose, zur direkten Zielgruppe gehören aber auch Personen, die auf andere Art und Weise eingeschränkt sind und sei es nur auf technische Art und Weise. Der Zugang kann z. B. in Form eines reinen Textbrowsers oder durch reine Tastaturbedienung (ohne Unterstützung durch eine Maus oder ein ähnliches Eingabegerät) eingeschränkt sein.
Zu beachten ist auch, daß der Abbau von Barrieren für eine Zielgruppe gleichzeitig neue Barrieren für eine andere Zielgruppe aufbauen kann. Gut vergleichbar ist dies mit Gehsteigabsenkungen, die Rollsstuhlfahrern entgegenkommen, Blinden aber das Ertasten der Gehsteigkante erschweren.
Indirekte Zielgruppe
Der Abbau von Barrieren dient aber auch anderen Nutzergruppen. Als Nutzer mit einer etwas dickeren Brille reihe ich mich bereits in jene Gruppe ein, die sich schon über skalierbare Schriftgrößen besonders freut. Mit mir freut sich aber auch die immer größer werdende Gruppe der Internetuser unter den Senioren.
Zielgruppe in Zahlen
Europaweit leben ca. 25 Millionen Benutzer, die kognitive oder motorische Behinderungen, Hör- oder Sehbehinderungen aufweisen.
Viele Personen leben auch in einem Land, in dem sie nicht aufgewachsen sind und in dem eine Sprache gesprochen wird, welche nicht ihre Muttersprache ist.
2020 werden rund 25% der EU-Bevölkerung über 65 Jahre alt sein und mit entsprechenden Beeinträchtigungen leben müssen.
Rund 5 % aller Menschen leiden an Farbenblindheit.
Insgesamt hilft eine barrierearme Gestaltung rund 30% der Bevölkerung bei der Internetnutzung.

